Der Einstieg in die Imkerei

Das Bewusstsein für die Rolle der Biene als Indikator für den Zustand unserer Umwelt führt zu einem zunehmenden Interesse an der Imkerei. Insbesondere junge Menschen befassen sich zunehmend mit dem Gedanken eine eigene kleine Imkerei im Garten aufzubauen um so den kleinen Insekten und somit der Natur etwas gutes zu tun.

Die Frage der „richtigen“ Beute

Die Wohnungen der Bienenvölker werden von den Imkern auch als „Beuten“ bezeichnet. Grob gesagt hat sich die  Imkerei von den geflochtenen Bienenkörben über die Hinterbehandlungsbeuten hin zur Magazinbeute entwickelt.

Magazinbeuten sind die am Häufigsten eingesetzten Bienenwohnungen in Deutschland. Sie bieten dem Imker den Vorteil, ein Bienenvolk bequem von oben zu behandeln und ermöglichen es, die Größe des Raumes, der dem Bienenvolk zur Verfügung steht, durch Erweiterungen an unterschiedliche Situationen anzupassen. Normalerweise besteht eine Magazinbeute aus mehreren übereinander stehenden Zargen (eine Art von Kiste) in welche Holzrähmchen eingehangen werden. In den Holzrähmchen findet der Wabenbau durch die Bienen statt.

Beute_sommer

Schematischer Aufbau einer Magazinbeute mit geteiltem Brutraum (z.B. Deutsch-Normalmaß oder Zandermaß)

ungeteilter Brutraum

Schematischer Aufbau einer Magazinbeute mit ungeteiltem Brutraum halbem Honigraum (z.B. Dadant, Deutsch-Normalmaß 1,5 oder Zadant)

Verschiedene Arten von Bienenbeuten:

Holz-Beuten, Styropor-Beuten in verschiedenen Größen.

Verschiedenen Rähmchengrößen: (eine kleine Auswahl)

Deutsch-Normal-Maß

Zander

Dadant

Die Wahl der „richtigen“ Rähmchengröße und der „richtigen“ Beute ist immer eine individuelle und persönliche Entscheidung.

Das Bienenvolk – Die „richtige Bienenrasse“

Aufgrund des Risikos von Verlusten wird Anfängern empfohlen, mit zwei bis drei Bienenvölkern zu beginnen.

Bei der folgenden Darstellung ist zu berücksichtigen, dass es sich bei vielen der in Deutschland gehaltenen Bienen um Mischungen verschiedener Bienenrassen handelt und „reine“ Vorkommen eher die Minderheit bilden. So bestehen weiterhin genetische Merkmale der Dunklen Biene weiterhin fort.

Carnica – Bienen der Rasse „Carnica“ oder auch „Kärntner Biene“ sind am Häufigsten in Deutschland anzutreffen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Bienenart stark verbreitet und verdrängte die hier ursprünglich beheimatete Dunkle Biene fast vollständig. Die allermeisten Imker in unserem Verein arbeiten mit der Rasse Carnika (Apis Mellifera)

Buckfast – Die Buckfastbiene ist eine durch Kreuzung verschiedener Bienenrassen im englischen Kloster Buckfast-Abbey entstanden.

Eher selten: Elgon und Primorski

Die wichtigsten Arbeitswerkzeuge des Imkers/ der Imkerin

Schutzanzug – Für den Start genügt ein Schutz für Oberkörper und Kopf

Stock-Meißel – Das Standard-Arbeitsgerät des Imkers. Wird Beispielsweise zum Anheben von Rähmchen oder zum Abkratzen oder Herausschneiden von Wachsresten genutzt

Wabenzieher – Praktisches Werkzeug zum Anheben der Rähmchen

Smoker – In diesem Gerät Material verbrannt und der Rauch zur Beruhigung der Bienen genutzt

Abkehrbesen – Dient zum schonenden Abkehren der Bienen von einzelnen Waben

Schätzung der Anschaffungskosten zum Start mit zwei Bienenvölkern

Bienenvölker, evt. als Geschenk von erfahrenem Imkerkollegen!?

Werkzeug und Schutzkleidung ca. 120,00€

Beute ca. 130,00€ je Stück

Eine Honigscheuder ist noch nicht berücksichtigt.

Wo und wie erhalte ich die erforderlichen Kenntnisse zur Imkerei?

Idealerweise steht dem Anfänger ein erfahrener Imker, ein „Imkerpate“ zur Seite. Hier ist eine Anfrage bei unserem Verein hilfreich. Wir können hierfür einen Imker in der Nähe ansprechen.

Weiterhin sollte man sich mittels diverser Literatur weiterbilden. Die monatliche Fachzeitschrift des Deutschen Imkerbundes ist überaus hilfreich. In jeder Ausgabe werden Anfänger mit eigens dafür vorgesehen Artikeln angesprochen und weitergebildet. Einzusehen und zu bestellen unter http://www.diebiene.de/

Bezüglich der Nachwuchsförderung bietet der deutsche Imkerbund diverse Veranstaltungen an. Infos unter: http://deutscherimkerbund.de/172-DIB_Nachwuchsfoerderung

Regelmäßige Informationen in Form von Newslettern bietet auch unser Imkerverband Rheinland mit Sitz in Mayen an. www.bienenkunde.rlp.de (Infobrief)

c.t./d.s.